30.07.2017 Posted by Hildegard Schmidt

Die Haager Großfamilie stellt sich vor

Es ist ein ganz gewöhnlicher Sonntagmorgen in Den Haag, und unser Pfarrhaus in der Nähe des Scheveninger Strandes ist wieder pumpvoll. »Wo ist da eine katholische Kirche?« wurden wir oft von Bekannten und Kollegen gefragt. Es stimmt, unsere Gemeinde inmitten gepflegter niederländischer Häuser »tarnt« sich ein wenig vor dem Auge des Passanten. Was wie ein Einfamilienhaus aussieht, beherbergt unsere kleine Großfamilie. Denn wir sind in der Tat eine kleine Gemeinde, aber umso bunter, gemischter und aktiver. Nicht lange ist es her, da haben zehn Jugendliche ihre Firmung gefeiert, und wir feierten die Erstkommunion von 17 Kindern. Gerade haben wir eine schöne Taufe erlebt, und können uns schon darauf freuen, dass dieses Jahr noch weitere Taufen und auch Trauungen bevorstehen.



Wie ist es aber möglich, dass in einer Kirche, in die gerade einmal 150 Menschen passen, es von Ministranten nur so wimmelt, fast jeden Sonntag eine Kinderkirche stattfindet und Jung und Alt oft bis in den Nachmittag hinein im Pfarrcafé zusammensitzen? Es sind vor allem die vielen Familien, die in den Niederlanden ein Zuhause gefunden haben. Viele von uns werden nach ein paar Jahren weiterziehen, andere werden länger bleiben. Fern unserer Heimat gibt uns das gemeinsame Beten in der vertrauten Sprache Halt und Geborgenheit.

Obwohl wir eine katholische Gemeinde sind, gibt es unter uns Protestanten und Orthodoxe, und obwohl wir die deutsche Gemeinde sind, gibt es unter uns Österreicher, Schweizer, Franzosen, Italiener, Spanier, Portugiesen, Brasilianer, U.S.-Amerikaner, Rumänen, usw. – und natürlich auch Niederländer. Uns verbindet der Glaube, die Sprache und die Zugehörigkeit zur Gemeinde. Dass sich unsere Mitglieder wie in einer Großfamilie fühlen, zeigt sich daran, dass viele, die Den Haag wieder verlassen haben, gerne zurückkommen, um mit uns Gottesdienst zu feiern.

23.05.2017 Posted by Hildegard Schmidt